Rutschhemmung - Messung des Gleitreibungswiderstandskoeffizienten

Bundesweit ereignen sich tausende von Rutschunfällen jährlich. Die gesundheitlichen aber auch die wirtschaftlichen Folgen sind erheblich.

 

Ein besonderes Leistungspotenzial des Sachverständigen stellt die Gleitreibewiderstandsmessung nach DIN 51131 dar. Eindeutig feststellbar ist dadurch die Einhaltung geforderter oder zugesicherter Eigenschaften hinsichtlich Rutschhemmung von als begehbare Fußböden genutzte Oberflächen. Damit können Ursachen z.B. eines Rutschunfalls geklärt werden oder, ob eine akute Rutschgefahr vorliegt. Diese Leistung erfordert spezielle Fähigkeiten und Kenntnisse und wird nur von wenigen Sachverständigen beherrscht.

 

Bodenflächen im Bestand
 können hinsichtlich Rutschhemmung ausschließlich aufgrund einer Bestimmung des Gleitreibewiderstandskoeffizienten durch Gleitreibewiderstandsmessungen nach DIN 51131 beurteilt werden. Die Messung erfolgt gänzlich unabhängig davon, welche Oberfläche vorliegt. Dazu wird ein von den Berufsgenossenschaften einzig dafür zugelassenes, selbstfahrendes Messgerät eingesetzt.

 

Zur Bestätigung der IST-Werte im Vergleich zu den SOLL-Werten der Flächen werden Betriebsmessungen mit Bestimmung des Gleitreibewiderstandskoeffizienten durchgeführt. Die Ergebnisse werden mit Bezug auf die Messpunkte aus den Plänen in einer Tabelle dargestellt, belegen je nach erreichtem Wert eine Betriebstauglichkeit oder Betriebsuntauglichkeit der Flächen und geben Aufschluss darüber, ob bei festgestellten kritischen Werten Maßnahmen erforderlich werden. Ob ein Personenschaden auf eine von den Flächen ausgehende Rutschgefahr zurückzuführen ist, kann eindeutig duch die Messungen festgestellt werden.

 

Ob für das eingebaute Produkt auf Bodenflächen Herstellerangaben oder planerische Vorgaben für notwendige Eigenschaften bezüglich Rutschhemmung, sogenannte R-Werte, erfüllt sind oder eingehalten werden, kann ausschließlich labortechnisch an dem Produkt selbst (im ungebrauchten Lieferzustand !) oder an großflächig aus den Bestandsböden ausgebauten Prüfflächen im Zuge einer Baumusterprüfung oder Bestätigungsprüfung festgestellt werden. Die Methode besitzt für eine Bewertung von eingebauten Bestandsflächen allerdings keine Aussagekraft. R-Werte belegen lediglich eine als rutschhemmend klassifizierte Ausrüstung von Produktoberflächen. Sie dienen ausschließlich dazu, eine geeignete Auswahl von rutschhemmenden Bodenbelägen zu treffen. R-Werte können nie den tatsächlichen Zustand von eingebauten Belägen hinsichtlich Rutschhemmung ausreichend belegen.

 

Auszug von Literaturhinweisen:

DIN 51131, Prüfung von Bodenbelägen - Bestimmung der rutschhemmenden Eigenschaft - Verfahren zur Messung des Gleitreibungskoeffizienten

Technische Regeln für Arbeitsstätten ASR A1.5/1,2 sowie ASR A1.8

DGUV Information 208-005 BGI GUV-I 561 Treppen
DGUV Information 208-007 Roste – Auswahl und Betrieb
DGUV Information 207-006 Bodenbeläge für nassbelastete Barfußbereiche
DGUV Information 208-041 Bewertung der Rutschgefahr unter Betriebsbedingungen
IFA Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung; Geprüfte Bodenbeläge – Positivliste, in:
DIN 51130 Prüfung von Bodenbelägen - Bestimmung der rutschhemmenden Eigenschaft - Arbeitsräume und Arbeitsbereiche mit Rutschgefahr, Begehungsverfahren - Schiefe Ebene

Sachverständigenbüro Michael Kreuer

Fliesen Stein Belagsysteme

Technische Gutachten und Analytik

Weberstraße 21

89165 Dietenheim / Iller

 

Telefon: 07347 - 92 99 769

Telefax:  07347 - 92 99 763

Mobil:     0171    - 54 33 555

Mail:       mk@fliesensachverstaendiger.de

Web:      www.fliesenundsteingutachter.de